„Grippe ist eine harmlose Erkältung“
Nein, denn anders als die im Winter häufig auftretenden grippalen Infekte bzw. Erkältungen, die durch harmlose Viren verursacht wird, ist die Grippe eine schwere Krankheit mit erheblichen Risiken. Sie tritt jedes Jahr weltweit auf und wird durch Influenza-Viren hervorgerufen. Eine echte Grippe ist gekennzeichnet durch hohes Fieber und starke Kopf- und Gliederschmerzen. Die Beschwerden beginnen plötzlich und heftig und setzen die Betroffenen innerhalb kürzester Zeit außer Gefecht. Die Virusgrippe kann zudem gefährlich sein: Bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem kann sie bis zu mehreren Wochen dauern und in den schlimmsten Fällen sogar zu Komplikationen führen. Deshalb ist es wichtig, bei Verdacht auf Grippe umgehend einen Arzt aufzusuchen.
„Erkältung, grippaler Infekt, Grippe – das ist alles dasselbe.“
Stimmt nicht. Richtig ist: Die Symptome einer Erkältung, die auch als grippaler Infekt bezeichnet wird, und die der Grippe ähneln sich tatsächlich. Aber im Gegensatz zur ungefährlichen Erkältung ist eine echte Grippe, die Influenza, eine schwere Erkrankung. Eine Grippe beginnt sehr plötzlich und äußert sich durch starke Erschöpfung, Kopf- und Gliederschmerzen sowie hohem Fieber. Schnupfen hingegen ist für eine Grippe untypisch und lässt in der Regel eher auf eine Erkältung schließen. Während ein grippaler Infekt bereits nach ein paar Tagen überstanden sein kann, benötigt das Immunsystem zwei bis drei Wochen, um sich gegen eine echte Grippe durchzusetzen.
„Warme Kleidung und häufiges Händewaschen halten die Grippe fern“
Es ist sinnvoll, sich vor Kälte und Nässe zu schützen, das eigene Abwehrsystem zu stärken und Krankheitserregern durch häufiges Händewaschen geringe Chancen zu geben. Eine Grippe aber wird nicht durch die rauen Witterungsverhältnisse ausgelöst, sondern wird über kleinste Tröpfchen von einem Menschen zum anderen übertragen, beispielsweise beim Husten, Niesen oder Sprechen. Der beste Schutz vor einer Virusgrippe ist deshalb noch immer die vorbeugende Impfung.
„Eine Impfung macht ein Leben lang resistent“
Leider nicht, denn Grippe-Viren sind wahre Verwandlungskünstler. Jedes Jahr wird die Grippe durch einen anderen Virus-Typ hervorgerufen. Daher gibt es auch zu Beginn einer jeder Grippesaison einen neuen Impfstoff. Die Impfung schützt also für eine einzige Wintersaison und muss deshalb jedes Jahr wiederholt werden, wenn man den Schutz aufrecht erhalten will.
„Die Grippe dauert 7 Tage oder 1 Woche: Man kann nichts machen“
Falsch, denn die Virus-Grippe ist behandelbar. Die so genannten „Neuraminidase-Hemmer“ – wie die Grippepille – können die Ausbreitung der Grippe-Viren im Körper verhindern. Die Grippepille kann die Krankheitsdauer verkürzen, die Symptome der Grippe mildern und eventuell gefährliche Folgekomplikationen, wie z.B. Lungenentzündungen, verhindern. Je früher die Grippepille nach Einsetzen der Symptome eingenommen wird, umso besser die Wirkung. Die Grippepille muss vom Arzt verschrieben werden und wird von den Krankenkassen erstattet.