Was versteht man unter Grippe?
Die Grippe (Influenza) ist eine durch die so genannten Influenzaviren hervorgerufene, oftmals schwere Erkrankung der Atemwege, die sich auf den gesamten Organismus auswirkt. Davon zu unterscheiden ist der so genannte „grippale Infekt“ (Erkältung), der durch völlig andere Virustypen hervorgerufen wird und nicht mit der echten Grippe zu verwechseln ist. Diese einfachen Erkältungskrankheiten sind hinsichtlich Krankheitsschwere und -komplikationen wesentlich harmloser.
Die Influenzatypen A und B verändern sich ständig und bringen permant neue Viren-Subtypen und Varianten hervor. Daher kann ein Mensch, der aufgrund einer Infektion oder einer Schutzimpfung bereits Antikörper gegen ein spezielles Influenzavirus gebildet hat, mehrmals hintereinander, sogar in kurzen Zeitabständen, an einer Grippe erkranken, die jeweils durch verschiedene Influenzavirus-Typen verursacht wurde.
Wie kann man der Grippe vorbeugen?
Für eine wirksame Vorbeugung steht die Grippeschutzimpfung zur Verfügung. Da die Grippeviren sich ständig verändern, muss die Impfung jährlich, vorzugsweise im Herbst (September bis November), wiederholt werden. Die Impfstoffe werden einmal jährlich den veränderten Viren angepasst.
In bestimmten Fällen können auch die so genannten Neuraminidase-Hemmer vorbeugend eingenommen werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn in Ihrem Umfeld plötzlich viele Menschen an der Grippe erkrankt sind. Dabei ist zu beachten, dass der Schutz nur so lange andauert, wie die Einnahme erfolgt. Das unterscheidet die vorbeugende Anwendung der Neuraminidase-Hemmer von der Schutzimpfung, die für mehrere Monate immunisiert. Ob Sie eine Grippe-Schutzimpfung oder ggf. eine akute Behandlung mit Neuraminidase-Hemmern benötigen, sollten Sie mit Ihrem Arzt abklären.
Bietet die Impfung einen 100%igen Schutz vor der Ansteckung?
Die jährliche Grippe-Schutzimpfung ist nach wie vor die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung gegen Influenza. Allerdings ist sie keine Garantie für einen vollumfänglichen Grippe-Schutz. Die Wirksamkeit der Impfung hängt sowohl von der Übereinstimmung der Impfviren mit den in Umlauf befindlichen Viren als auch vom Zeitpunkt der Impfung, dem Alter und dem Immunstatus der Person ab. Bei gesunden Erwachsenen liegt die Wirksamkeit der Impfung bei guter Übereinstimmung der Impfstämme mit den zirkulierenden Viren bei 70 bis 90 Prozent, bei Kleinkindern, älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem wird hingegen manchmal nur eine Wirksamkeit von 30 bis 40 Prozent erreicht. Der Impfschutz hält in der Regel mehrere Monate an. Taucht jedoch im Laufe der Grippe-Saison ein neuartiger Virusstamm auf, der nicht im Impfstoff enthalten ist, bietet die Impfung keinen ausreichenden Schutz vor Erkrankung.
Gibt es wirksame Medikamente gegen Grippe?
Ja. In den ersten 24 bis 48 Stunden nach Einsetzen der Symptome können so genannte Neuraminidase-Hemmer – beispielsweise die Grippepille – gegeben werden. Sie wirken gegen Influenza Typ A und B und blockieren ein Virusenzym, die Neuraminidase, die das Virus zwingend zu seiner Vermehrung benötigt. So können die Viren sich nicht mehr vermehren und die Ausbreitung der Infektion im Körper wird gestoppt. Zur Zeit sind zwei Substanzen aus dieser Klasse auf dem Markt, Oseltamivir als Kapsel oder für Kinder als Saft sowie Zanamivir zur Inhalation. Während Oseltamivir bereits ab dem ersten Lebensjahr zugelassen ist, darf Zanamivir erst ab dem 5. Lebensjahr angewendet werden.
Ist es sinnvoll, sich einen Arzneimittelvorrat gegen die Grippe anzulegen?
Eine persönliche Bevorratung mit Medikamenten gegen die Grippe wird nicht empfohlen. Wenn Sie an der Grippe erkrankt sind, sollten Sie umgehend ihren Arzt aufsuchen. Er wird nach genauer Diagnose eine Grippebehandlung einleiten und Ihnen die notwendigen Medikamente verschreiben. Achten Sie bei der Einnahme dieser Arzneimittel auch auf die Dosierungsempfehlung Ihres Arztes oder Apothekers.
Wie ansteckend ist Grippe?
Grippe ist sehr ansteckend. Es reichen bereits geringe Virusmengen für eine Ansteckung aus. Die Grippe wird durch den direkten, manchmal flüchtigen Kontakt zu Erkrankten übertragen. Die Übertragung erfolgt über die im Speichel enthaltenen Viren beim Husten und Niesen. Man spricht von einer so genannten Tröpfcheninfektion. So kann ein einzelner Influenza-Erkrankter, der in einem Raum hustet, alle sich dort aufhaltenden Menschen anstecken. Auch infizierte Personen, die keine Beschwerden haben, können bereits ansteckend sein. Erst nach der fiebrigen Krankheitsphase, gewöhnlich nach drei bis fünf Tagen, endet die Ansteckungsgefahr.